Ob man sich in einer Rohkost-Ernährung auch mal für Eis entscheidet oder ganz auf Gefrorenes verzichtet, das hängt davon ab, nach welcher Lehre man lebt und wie streng man sie nimmt. Und da gibt es beides. Manche in der Rohkost sind klar dagegen, Gefrorenes zu verarbeiten. Andere machen es sehr gerne, weil es dann fast wie gekocht schmeckt und man so auch in der Rohkost näher an vertraute Rezepte kommt. Genau diese zwei Seiten finde ich spannend.
Natürlich lebt eine Rohkost-Ernährung vor allem von frischen, naturbelassenen Produkten. Beim Einfrieren von Obst und Gemüse gehen ein paar Nährstoffe verloren, so zwischen 5 und 30 Prozent. Und durch die Eiskristalle können die Zellen kaputtgehen. Am schonendsten ist das Schockfrosten, da bleibt am meisten erhalten. Und je länger etwas im Gefrierschrank liegt, desto mehr geht verloren. Das spricht also nicht unbedingt fürs Eis.
Aber wir Menschen sind eben auch soziale, kulturelle und kreative Wesen. Wir haben Familien und Kinder, wir feiern Feste, wir gehen aus. Wir sind Gemeinschaftswesen und wollen dazugehören. Und das sind wir seit Jahrmillionen. Dass jeder so für sich lebt, wie wir es heute kennen, ist im Vergleich dazu noch ganz jung. Wenn wir diesen Teil von uns ganz wegschieben und uns komplett aus dem normalen Leben ziehen, dann geht es uns damit vielleicht gar nicht gut. Essen verbindet uns. Es zeigt immer wieder aufs Neue: Ich gehöre dazu. Und im Sommer gehört Eis für mich da irgendwie dazu.
Ich merke das selber, gerade mit Kindern. Wenn ich etwas zu dogmatisch durchsetzen will, wird es schwerer, spätestens seit sie in der Schule sind. Für mich ist das grosse Thema der Industriezucker. Ich übe, gelassen zu bleiben, meinen eigenen Werten zu folgen und trotzdem nicht zu verkrampfen. Ein echter Spagat und nach über elf Jahren als Mutter für mich immer noch ein tägliches Üben. Und das darf sich auch immer wieder wandeln. Bei uns zu Hause ist unterdessen wieder alles erlaubt, einfach gewisses in Massen. Nicht dogmatisch, sondern geniessen und die Gemeinschaft leben.
Und eines ist doch klar. Dieses rohe Eis ist um Welten wertvoller als die konventionelle Variante, ganz ohne Industriezucker und aus lauter echten Zutaten. Daher bereite ich es mit grosser Freude für die ganze Familie zu.

Schokoladeneis roh vegan
von NaturkraftPur- Hochleistungsmixer oder Pürierstab
Zutaten
- 2 Avocados - nur Fleisch, etwa 250-300 g
- 4 EL Kakaopulver - gut gehäuft
- 10 Datteln - frisch oder eingeweicht
- 3 EL Agavendicksaft
- 80 ml Wasser
- 1/2-1 TL Vanillepulver - optional
- 2 EL Kakaonibs - optional
Zubereitung
- 2 Avocados, 4 EL Kakaopulver, 10 Datteln, 3 EL Agavendicksaft, 80 ml Wasser und 1/2-1 TL Vanillepulver in den Hochleistungsmixer geben oder mit dem Pürierstab zu einer glatten, cremigen Masse pürieren.
- Die Eismasse in eine flache Schüssel geben, 2 EL Kakaonibs unterrühren und in den Gefrierschrank stellen.
- Während des Gefrierens das Eis regelmässig durchrühren, etwa alle 30 bis 60 Minuten. Eine Eieruhr hilft dabei, daran zu denken.
- Nach etwa 3 bis 4 Stunden ist das Eis fertig und gerade richtig in der Konsistenz. Bei längerer Lagerung im Gefrierschrank das Eis rechtzeitig vor dem Servieren etwas antauen lassen, damit es eine feste, aber cremige Konsistenz hat.
- Servieren mit frischen Beeren, verziert mit Kakaonibs oder gehackten Nüssen.

Ein Kommentar
I want this for breakfast!