Kennst du noch meine Oma Lore? Sie lebt in einem kleinen Dorf, umgeben von Wäldern und Wiesen, zusammen mit ihrem Mann, einigen Katzen und Hühnern in einem gemütlichen Häuschen am Waldrand. Als Kind war ich oft bei ihr, spielte stundenlang im Wald und wurde danach mit den leckersten Köstlichkeiten verwöhnt, wie es eben typisch für Omas ist. Und wie ich vor ein paar Jahren verblüfft herausfand: Oma Lore war schon immer Rohköstlerin. Die vielen Leckereien aus meiner Kindheit waren tatsächlich hundert Prozent Rohkost, wer hätte das gedacht?
Beim letzten Besuch machte ich mich gleich am ersten Tag zu ihr auf, natürlich ganz scharf darauf, die Rezepte aus meiner Kindheit in die Finger zu bekommen. Es hatte tagelang geregnet, der Waldweg war aufgeweicht, also ging ich zu Fuss. Ihr Haus ist nicht leicht zu finden, hohe Bäume und eine alte, efeubewachsene Mauer verstecken es. Quietschend öffnete ich das alte Eisentor, dessen Schloss kaputt ist, solange ich denken kann. Jetzt, wo ich wusste, dass sie ihr Leben lang roh gegessen hat, sah ich alles mit anderen Augen. Plötzlich ergaben die vielen kleinen Gewächshäuser Sinn! Und ich erinnerte mich, dass es bei ihr im Sommer sogar Kiwis gab.
„Hallo mein Liebes, wie schön, dass du da bist!“ Sie kam mit einem Korb unter dem Arm hinter dem Gemüsegarten hervor, der im Winter brach lag, und hatte offensichtlich Moos gesammelt. Mit ihren schelmischen Lachfältchen und den hellblauen Augen sah sie aus, als käme sie gerade aus den Ferien. „Kindchen, ich weiss, du hast viele Fragen“, sagte sie lachend, „aber komm erst mal rein, es gibt ein paar Kekse und warmen Apfelpunsch.“ Drinnen machte ich es mir auf dem alten Sofa gemütlich, das seit Ewigkeiten in ihrer Küche steht, Minza, die alte Katze, sprang mir schnurrend auf den Schoss, das Feuer knisterte und ich war mitten in meiner Kindheit.
„Wenn du zurück durch den Wald willst, solltest du langsam aufbrechen, es wird bald dunkel.“ Ich hatte die Zeit völlig vergessen und mir fiel ein, dass ich ja Rezepte wollte. Sie erriet meinen Gedanken, lachte und zog einen Karton unter dem Küchentisch hervor: „Hier ist mein Weihnachtsgeschenk für dich. Nun los mit dir!“ Zuhause öffnete ich den Karton. Darin lagen ein paar wunderschöne selbstgemachte rote Filzpuschen und ein Zettel: „Mein Herzchen, ich habe dir ein paar Rezepte aufgeschrieben. Frohe Weihnachten!“ Dieser Mandarinen-Kuchen ist einer davon.





Oma Lores Mandarinen-Kuchen mit Vanillecreme
von NaturkraftPur- Springform
Zutaten
Mürbeteig
- 300 g Hafer - gekeimt und zurückgetrocknet
- 2 EL Es handelt sich hier um einen Affiliate Link, das heisst ich erhalte einen kleinen Betrag bei Bestellung. Der Artikel kostet für dich dadurch nicht mehr.Leinsamen - gemahlen
- 2 EL Es handelt sich hier um einen Affiliate Link, das heisst ich erhalte einen kleinen Betrag bei Bestellung. Der Artikel kostet für dich dadurch nicht mehr.Kokosmehl - gross
- 6 Es handelt sich hier um einen Affiliate Link, das heisst ich erhalte einen kleinen Betrag bei Bestellung. Der Artikel kostet für dich dadurch nicht mehr.Medjool-Datteln - ca. 120 g
- 160 ml Wasser - etwa, für die Dattelpaste
Füllung
- 2-3 Mandarinen
- 200 g Es handelt sich hier um einen Affiliate Link, das heisst ich erhalte einen kleinen Betrag bei Bestellung. Der Artikel kostet für dich dadurch nicht mehr.Cashews - oder länger eingeweicht, 2 Std.
- 2 EL Agavendicksaft - roh
- 20 g Es handelt sich hier um einen Affiliate Link, das heisst ich erhalte einen kleinen Betrag bei Bestellung. Der Artikel kostet für dich dadurch nicht mehr.Kokosöl - geschmolzen
- 1 TL Es handelt sich hier um einen Affiliate Link, das heisst ich erhalte einen kleinen Betrag bei Bestellung. Der Artikel kostet für dich dadurch nicht mehr.Vanillepulver
Zubereitung
- Die Datteln mit etwa 160 ml Wasser zu einer glatten Paste mixen.
- In eine Schüssel füllen.
- Hafer und Leinsamen zu Mehl verarbeiten und zur Paste geben.
- Verrühren.
- Kokosmehl dazu geben, so dass ein knetbarer Teig entsteht.
- In die mit Backpapier oder Klarsichtfolie ausgelegte Form pressen.
- Dabei einen Rand hochziehen (den du mit Kokosöl eingefettet hast, wenn du eine Springform verwendet).
- Zur Seite stellen.
- Die Mandarinen pellen und die einzelnen Stücke von der breiten Seite aus halbieren, die aufgeschnittene Seite kommt später nach oben.
- Die restlichen Zutaten im Mixer zu einer glatten Creme mixen.
- Auf dem Kuchen verteilen und glatt streichen.
- Dann die Mandarinen-Hälften darauf geben und leicht hineindrücken.
- Ab in den Kühlschrank.
- Lass den Kuchen schön lange durchziehen, z. B. über Nacht, dann bekommt er eine schöne Schnittfestigkeit.
Notizen
Noch ein Winter-Kuchen: Der New York Cheesecake Mandarine.
15 Kommentare
Warum ist agavendicksaft schlecht für die Gesundheit? mache gerade den Kuchen und bin sehr auf das Ergebnis gespannt 🙂
Wegen des zu hohen Fruktosegehalts. 🙁
Bin gespannt auf Antworten auf obige Fragen.
Vielleicht sollte man angekeimte Saaten am allerbesten direkt frisch essen??
Ich finde es gut und wichtig, dass Du auf das Einweichen immer wieder hinweist. Sonst kann eine gut gemeinte, aber unvollständig informierte Ernährung schnell zum Gegenteil von dem führen, was man erreichen möchte.
Und interessiere mich tatsächlich auch dafür, warum Oma Lore Hühner hatte??
Denn bisher essen wir unsere Eier zwar manchmal auch roh, aber ich habe noch nie ein Rohkostkuchenrezept oder ähnliches mit Ei gesehen.
Ich habe auch noch nie ein Rezept mit rohem Ei gesehen… Aber ist denke ich auch nicht angesagt zur Zeit! 😉 Und es ist ja auch fast unmöglich, an gute Eier zu kommen, außer man hat eben selbst Hühner, die solange leben dürfen wie sie wollen! 🙂
Ich kenne zwar den Sinn des Einweichens von Getreide und Nüssen (und anschließenden Trocknens), allerdings kommt es mir doch ein bisschen komisch vor – aus folgendem Grund:
Vor dem Einweichen und Trocknen ist das Korn noch lebendig; es kann keimen. Nach dem Einweichen und Trocknen ist es tot, also für uns auch weniger wertvoll.
Da hebt ein Vorteil den anderen auf. Womit man nun besser fährt, weiß ich leider nicht. Weißt Du es?
Kann man anstelle von Cashews gemahlene Hanfsamen nehmen?
Hallo,
könnten statt der Cashew auch Kokosraspel genommen werden ? Hast du das schon mal probiert ?
liebe gRüße Michi
Bitte mehr solche Geschichten von Oma Lore, ich bin jetzt schon ein großer Fan! 😉 Den Mandarinenkuchen muss ich auf jeden Fall bald mal ausprobieren, das schreit nach dem perfekten Silvester-Nachtisch.
Sehr interessieren würde mich auch das Rezept für den Hafer-Porridge 🙂
glg, Verena
das ist nur ausgedacht mit der oma, oder?
Hallo,
ich weiß gar nicht, ob ich die Rezepte lieber mag oder die „Verpackung“. Beide sind immer großartig. Herzlichen Dank!
Ach, und ich sehe, dass meine Frage bzgl. der Zubereitung hier online auch schon geklärt ist (im Newsletter kamen auch Kokosöl und Agavendicksaft in den Teig).
Wenn ich wieder rohe Cashews habe, werde ich es ausprobieren!!!
Hallo,
wirklich eine schöne Geschichte und vielen Dank fürs teilen.
Kannst du mir mal sagen, welchen Hafer du zum aktivieren nimmst, ist das der einfache Hafer oder der Nackthafer? Und wo kaufst du den Hafer?
Damit habe ich noch zu wenig Erfahrung.
Ich glaube die Torte schmeckt himmlisch und ich möchte sie gerne nachmachen.
Liebe Grüße
Dolores
Ja, es ist der Nackthafer und gute Erafhrungen haben wir mit dem vom Bioinsel Shop gemacht. Der hatte bisher immer eine gute Keimquote! 😉
was für eine wunderbare Geschichte…….du solltest Kinderbücher für uns schreiben! <3 !
glg marion
Hallo Nordishroh.
Eure Seite ist sehr schön und inspirierend. Zu den Rezepten habe ich eine Frage: Wie trocknet man Keimlinge zurück?
LG Magda
Wenn du ein Dörrgerät hast, dann einfach gleichmäßig auf die Einschübe verteilen und in ein paar Stunden sind sie trocken. Ansonsten im Backofen bei niedrigster Temperatur und Tür einen Spalt offen. Über dem Ofen, über der Heizung…
Hallo, das ist so eine schöne Geschichte, danke für dafür. Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit, Martina