Knusprige Sesam Cracker

Gekauften Zopf oder Brötchen können wir in unserer Familie in Mengen essen, da ist scheinbar nie ein Boden erreicht. Doch sobald ich etwas selbst zubereite, passiert etwas anderes. Ich rechne automatisch mit den Mengen vom Kaufen und merke dann: Es ist viel zu viel. Wir essen weniger davon, und lange hat genau das ein leises, unangenehmes Gefühl in mir hinterlassen. Schmeckt mein Selbstgemachtes etwa nicht so gut? Dieser Gedanke hat mir die Freude am Selbermachen immer wieder verdorben.

Denn auch bei mir war es so. Von Gekauftem konnte ich mehr essen und hatte das Gefühl, das Selbstgemachte schmecke mir weniger. Bis ich anfing, mich genauer zu beobachten.

Und da fiel mir etwas auf. Zu Beginn schmeckt mir das Selbstgemachte wirklich sehr. Richtig gut. Und dann kommt plötzlich ein Moment, in dem es einfach aufhört. Es schmeckt mir nicht mehr so und ich kann einen noch nicht leeren Teller stehen lassen.

Bei einem meiner Söhne sehe ich genau dasselbe. Erst lobt er das Essen in den höchsten Tönen und kurz darauf heisst es: „Mag ich nicht.“ Früher war das für mich ein kleiner Dämpfer. Heute lobe ich ihn innerlich dafür.

Denn was, wenn dieses „Ich mag nicht mehr“ gar keine Kritik ist, sondern eine Botschaft? Was, wenn der Körper genau in diesem Moment sagt: Ich habe genug. Ohne dass wir uns randvoll essen müssen.

Vielleicht fehlt dem Gekauften etwas, das Selbstgemachtes hat. Oder vielleicht stecken sogar Zusätze darin, die genau dafür gemacht sind, dass wir immer weiteressen. Selbstgemachtes aus echten, lebendigen Zutaten sättigt vielleicht auf einer Ebene, die tiefer liegt als der volle Bauch. Und genau deshalb hören wir früher auf.

Selbstgemachtes ist also nicht weniger gut, nur weil wir weniger davon essen. Vielleicht ist genau das Weniger das schönste Kompliment, das wir ihm machen können.

Und genau dafür sind diese Sesam-Cracker für mich ein kleines Sinnbild. Zwei Sorten Sesam, Sonnenblumenkerne und ein paar quellende Samen, mehr braucht es nicht. Sie schmecken nussig und herzhaft, machen auf ihre stille Art satt und ich brauche keine ganze Tüte, um zufrieden zu sein.

Knusprige Sesam Cracker 4

Sesam Cracker

von NaturkraftPur
Knusprige Cracker aus zwei Sorten Sesam, Sonnenblumenkernen und quellenden Samen. Nussig, herzhaft und auf ihre stille Art sättigend.
Vorbereitung: 13 Stunden
Zubereitung: 15 Minuten
Min. Dörrzeit: 6 Stunden
Gesamt: 19 Stunden 15 Minuten
2 Dörrbleche

Zutaten
 

  • 100 g Sesam weiss
  • 100 g Sesam schwarz
  • 120 g Sonnenblumenkerne
  • 60 g Goldleinsamen
  • 40 g Chiasamen
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Hefeflocken
  • 300 ml Wasser

Zubereitung
 

  • Sesam und Sonnenblumenkerne über Nacht einweichen, am nächsten Tag abgiessen und spülen.
  • Alle Zutaten in einer grossen Schüssel gut verrühren. Wer mag, häckselt Sesam und Sonnenblumenkerne vorher in der Küchenmaschine kurz an, dann wird die Konsistenz feiner.
  • Etwa 1 Stunde quellen lassen, damit Leinsamen und Chiasamen den Teig zusammenhalten.
  • Dünn auf die Dörrfolie ausstreichen. Je dünner, desto chipsartiger werden die Cracker, dicker geben sie einen Brotersatz.
  • Bei 42 Grad trocknen. Nach 3 bis 4 Stunden wenden und ohne Folie weiterdörren, bis sie herrlich knusprig sind.

Notizen

Der Teig reicht für etwa zwei Dörrbleche. Luftdicht halten die Cracker wochenlang.
Rezept ausprobiert?Zeig’s mir: @naturkraftpur oder #naturkraftpur

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Kommentare

8 Kommentare

  1. hallo Ute
    warum weicht man sesam und sonnenblumenkerne ein incl.wasser wegschütten? muss man da was loswerden?
    soweit mir bekannt,soll einstein tatsächlich immer wieder seine mathematisch fähigeren freunde und kollegen benötigt haben um weiterzukommen.
    er war ein begnadeter intuitiver denker,weniger analytiker als in ganzheiten denkend,in bildern …
    diese entstammen der fühlenden weltwahrnehmung,weniger der mentalen.
    und so findet man wohl eher den eigenen weg aus dem bauch oder herzen heraus, als in den normen des schubladendenkens …

  2. Ich bin ganz begeistert von den Crackern. Leider hat das Trocknen ewig gedauert, weil ich nicht so einen guten Dehydrator habe. Wäre es da vielleicht geschickter, es im Backofen bei geöffneter Backofentür zu machen?

    Liebe Grüße
    Claudia

  3. Das mit Einsteins 5 in Mathe soll wohl eine Art Irrtum gewesen sein. Er hatte wohl eine 6, aber in der Schweiz, da ist es die beste Note ;).

  4. danke, liebe ute, für diesen berührenden eintrag. auch ich wollte und will immer ‚gut‘ sein. natürlich um mich auch in meinem erfolg ein bißchen zu sonnen. aber vor allem deshalb, damit andere mich mögen und liebhaben. letzteres habe ich aber mittlerweile korrigiert und das tut richtig gut. heute, nach meinem berufsleben, erlaube ich mir, das zu tun was ich gern tue und das mit liebe und leidenschaft. und es macht mich zufrieden und glücklich !
    weiter so, mit euren herrlichen rezepten. ohne nordisch-roh-frühstücksbrot beginne ich keinen tag.
    elke

  5. Liebe Ute,
    dieser Artikel hat mir so sehr die Augen geöffnet, daher danke ich dir von Herzen. So habe ich das noch nie betrachtet, aber es trifft alles genauso auf mein Leben zu. Immer gute Noten, super beim Sport, im Studium, in der Ausbildung… Ist mir halt alles immer superleicht gefallen. Also musste es doch das Richtige für mich sein. Um zu merken, dass das ganz und gar nicht richtig ist, musste ich erst richtig krank werden. Sehr schmerzhaft diese Erfahrung, aber ich bin sehr dankbar, dass ich sie machen durfte und nun mein Leben komplett umkremple.

    Die Cracker hören sich auch wunderbar an, die werde ich demnächst mal probieren.

  6. Hallo ihr Lieben,
    Ich spreche Euch einfach mal so an, weil das hier Veröffentliche über Euch und von Euch, mich gerade ganz gefesselt hat.
    Spontan daher mein Eintrag / Kommentar. Noch vor einer Viertelstunde wusste ich nicht mal, dass ich hier sitzen und schreiben werde.
    Nun zu mir: gehöre der Senioren Generation an (erst ganz aktuell).
    Nun glaubte ich bisher ,es ist Stolz , warum ich immer gern, jedem verrate,
    WIE ALT ICH BIN. HABE SCHON DIE ANTWORT ERWARTET , was? Das sieht man ihnen aber nicht an usw. usf , bla bla bla…..
    UND genau , das ist der Anlass, auf diesen Artikel zu reagieren.
    Er hat mir nämlich die Augen geöffnet!! Tausend Dank schon mal vorne weg dafür.
    Den Grund hast du , liebe Ute, mir vor Augen geführt. BEI mir ist es die Hoffnung, belobigt zu werden, dass ich auch das soooo gut hinbekommen habe.Mir erging es nämlich ähnlich, wie du es beschrieben hast .Nur eins war bei mir ganz ,ganz, anders !
    Gut in allem zu sein, um sich bestätigt zu fühlen, dass man wahr genommen wird.
    Ich wollte nicht übersehen bzw.übergangen werden.Ich wollte Anerkennung.
    SCHEINBAR führt einem das Universum ( oder wie auch immer man es nennen mag) , unabhängig über welche Umwege , am Ende immer da hin, zu erkennen, das mein Leben, mein DASEIN , Inhalt und Sinn hatte.
    In dem Sinne;
    Am Ende wird alles gut

  7. Ich danke dir für diesen Blogeintrag. Er eröffnet mir noch mal einen ganz anderen Blickwinkel auf meinen Lebensweg und Werdegang, denn so habe ich das bei mir noch gar nicht betrachtet. Zudem passt es wunderbar in die Zeit, in der ich auf der Suche nach meiner eigenen Berufung bin, welches ich als sehr holprig und schwierig empfinde. Umso dankbarer bin ich für deinen Gedankenansatz. Mal schauen, was ich darauf bei mir mache 🙂

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