Die Nacht auf den zweiten Tag war tief und fest – aber kurz. Das kenne ich schon von meinen vorherigen Kuren: Sobald ich in die Ketose komme, schlafe ich extrem tief, aber viel weniger lang. Früher dachte ich, mein Körper brauche einfach weniger Schlaf, doch mittlerweile weiss ich, dass meine Verdauung die vollständige Ruhezeit dringend benötigt. Weniger als sechs Stunden Schlaf, und ich spüre den Unterschied sofort: Mein Bauch fühlt sich weniger flach an, und meine Morgentoilette klappt nicht so gut. Dabei frühstücke ich zur gleichen Zeit wie sonst. Ich habe also gelernt, dass mein Körper in dieser Phase trotz tiefem Schlaf die Zeit braucht, um zu verdauen und zu entgiften – und darauf will ich dieses Mal bewusst achten. Mein Ziel: mindestens sieben Stunden Schlaf! Es muss jedoch nicht am Stück sein.
Da die Kinder heute auswärts waren, konnte ich mir wunderbar Zeit nehmen, um einen langen Spaziergang zu machen. Ach, tat das gut! Ich liebe diese Spaziergänge mittlerweile richtig – sie tun nicht nur meinem Kopf gut, sondern halten auch den Stoffwechsel aktiv. Gerade während der Stoffwechselkur lege ich noch mehr Wert darauf, regelmässig Bewegung in meinen Tag zu integrieren, denn damit meide ich Langeweile und emotionales Essen.
Nach einer Stunde konzentrierter Laptop-Arbeit überkam mich eine leichte Müdigkeit – und ich fror. Ein typisches Zeichen der Umstellung, denn die sogenannte Keto-Grippe kann sich auf viele Arten zeigen. Ich kenne sie nur zu gut: Fiebriges Gefühl, Kopfschmerzen, als hätte ich eine echte Grippe. Diesmal spüre ich davon fast nichts oder zumindest noch nicht – ein Zeichen, dass mein Körper sich an den Wechsel vom Glukose- zum Fettstoffwechsel gewöhnt hat. Ich merke auch, dass es immer schneller geht! Während meiner ersten Kur brauchte ich viel länger, fast bis zu einer Woche, um in die Ketose zu kommen, und das machte die Anfangszeit deutlich unangenehmer.
Ein grosser Vorteil ist nämlich, dass mein Hungergefühl fast komplett weg ist. Wenn man jedoch nicht richtig in die Ketose kommt oder zwischendurch herausfällt, sieht das ganz anders aus: ständiger Hunger! Dann schreit der Körper nach Glukose – sei es in Form von Essen, Früchten oder sogar Zucker. In solchen Fällen braucht es eine gute Betreuung, denn dann wird genau geschaut: Woran liegt es? Welche Lebensmittel könnten schuld sein? Gibt es versteckte Kohlenhydrate? Wird genug getrunken? Alles wird genau abgewogen und protokolliert. Auch Stressmanagement ist extrem wichtig, denn zu viel Cortisol erhöht den Blutzuckerspiegel – und das kann nicht nur die Ketonenproduktion hemmen, sondern auch die gesamte Fettverbrennung blockieren.
Ich kenne die Herausforderungen der Stoffwechselkur gut. Sie kann anstrengend sein – und genau deshalb gibt es nicht nur Fans davon. Ich selbst habe die Kur auch schon mehrfach abgebrochen, weil es zu frustrierend wurde. Doch warum bin ich trotzdem wieder hier? Weil ich immer wieder sehe, lese und höre, welche gesundheitlichen Vorteile sie hat und selbst schon einmal erlebt habe. Und weil sie für mich auch eine mentale Herausforderung ist – eine Übung in Disziplin. Mehr dazu erzähle ich an Tag 3.
Da ich fror, habe ich mir eine kleine Auszeit in meiner Infrarotsauna-Decke gegönnt – ein purer Genuss, bevor ich die Kinder abholte und mich auf mein Treffen am Abend vorbereitete.