Was ist denn die Stoffwechselkur und welche Phasen gibt es?
Primär hat die Soffwechselur das Ziel, Depotfett abzubauen – und genau in diesem Fett befinden sich viele Schadstoffe, weshalb es sich gleichzeitig um eine Tiefenentgiftung handelt.
Die Stoffwechselkur basiert auf einer Low-Carb- und gleichzeitig Low-Fat-Ernährung, was sie von einer klassischen ketogenen Ernährung unterscheidet. Während Keto auf eine hohe Fettzufuhr setzt, um den Körper in die Ketose zu bringen, verzichtet die Stoffwechselkur sowohl auf Kohlenhydrate als auch auf grössere Mengen Fett. Dadurch wird der Körper gezielt dazu gebracht, Depotfett als Energiequelle zu nutzen, anstatt die Fette aus der Nahrung.
Während der Kur verzichtest du auf Kohlenhydrate, kohlenhydratreiches Gemüse, Zucker und die meisten Früchte. Erlaubt ist nur, was auf einer festgelegten Liste steht. Diese strikte Low-Carb- und Low-Fat-Ernährung stabilisiert den Blutzucker, gibt dem Darm und dem Mikrobiom die Möglichkeit, sich zu regenerieren, und unterstützt die Zellen dabei, sich zu reinigen.
Gleichzeitig wird der Körper durch Vitalstoffergänzung in der Reinigung, Regeneration und dem Neuaufbau unterstützt. Er bekommt alle notwendigen Baustoffe, um optimal zu funktionieren oder sich sogar zu reparieren.
Während der Kur entgiftet, entschlackt und entsäuert der Körper. Depotfett wird abgebaut, während die Vitalstoffreserven wieder aufgefüllt werden.
Die Stoffwechselkur gliedert sich in vier bzw. fünf Phasen:
Die Vorbereitungsphase
Die Einnahme von Vitalstoffen ist für viele Menschen bereits eine Herausforderung. Zudem sind die Vitalstoffspeicher meist schon stark geleert und der Körper dadurch im Dauerstress. Deshalb beginnt die Stoffwechselkur mit einer zweiwöchigen Vorbereitungsphase, in der der Körper mit allen Mikronährstoffen versorgt wird, um ihn optimal auf die kommenden Wochen einzustimmen.
Viele Menschen bemerken in dieser Phase bereits positive Veränderungen: mehr Energie, eine bessere Verdauung und ein ausgeglicheneres Gemüt.
Diese zwei Wochen habe ich bereits hinter mir – eigentlich war es für mich keine Umstellung, da ich die Vitalstoffe ohnehin in meiner Alltagsroutine integriert habe.
Ladetage
Heute beginnt die zweite Phase für mich: die Ladetage. Hier geht es darum, zwei Tage lang bewusst fett- und kalorienreich zu essen, um den Stoffwechsel anzukurbeln.
Früher habe ich mich auf diese Tage richtig gefreut. Endlich essen, was ich sonst mied – ohne schlechtes Gewissen! Ich habe durch meine Vergangenheit mit Übergewicht ein sehr diätgeprägtes Denken, und die Vorstellung, jetzt einfach hemmungslos zu geniessen, war früher fast zu schön, um wahr zu sein.
Heute empfinde ich es ganz anders. Ich würde am liebsten direkt zur nächsten Phase übergehen, denn ich spüre sofort, wie Schwere, Völlegefühl, Müdigkeit und Verdauungsprobleme einsetzen.
Trotzdem lasse ich die Phase nicht aus und werde viel Fett zu mir nehmen, vor allem Nüsse und Avocados.
Transformationsphase
Nach den Ladetagen folgt die Transformationsphase, die mindestens 21 Tage dauert. In dieser Zeit wird auf Fette und Kohlenhydrate verzichtet, um den Körper in die Ketose zu bringen und von den Fettreserven die Energie zu beziehen. Das bedeutet:
- Kein Zucker, kein Obst, kein kohlenhydratreiches Gemüse
- Kein Öl, keine Nüsse
- Präzise abgestimmte Proteinzufuhr, um Muskelabbau zu vermeiden
Viele Diäten haben das Problem, dass neben Wasser auch Muskelmasse verloren geht. Das zeigt sich zwar schnell auf der Waage, ist aber langfristig nicht zielführend. Die Stoffwechselkur zielt darauf ab, ausschliesslich Fett zu reduzieren, ohne Muskulatur abzubauen – dafür ist die richtige Eiweisszufuhr essenziell.
Und genau hier liegt meine grösste Herausforderung. Pflanzliches Eiweiss mit wenig Fett ist kaum zu finden. Tofu ist erlaubt, hat aber einen gewissen Fettgehalt. Seitan (Weizeneiweiss, also Gluten) kommt für mich nicht infrage, da es für den Darm ungünstig ist. Tempeh wäre eine Option, aber ich mag es nur bedingt.
Deshalb habe ich für mich beschlossen, diese Phase mit mehr Proteinshakes (nicht vegan, aber kalthergestellt), Eier, Magerquark und Harzerkäse zu ergänzen. Das war übrigens einer meiner häufigsten Abbruchsgründe: Ich wollte die Kur rein pflanzlich machen, scheiterte aber oft an der Proteinzufuhr oder an der Kohlenhydratzufuhr – und schaffte es nicht in die Ketose zu kommen oder zu bleiben.
Während dieser Phase werden weiterhin alle Vitalstoffe eingenommen, damit der Körper keine Mängel entwickelt und die Entgiftung optimal verläuft.
Diese Transformationsphase kann beliebig verlängert werden – manche Menschen führen sie mehrere Monate oder sogar über ein Jahr durch, um ihr Wunschgewicht und mehr Vitalität zu erreichen. Ich kenne persönlich Menschen, die auf diese Weise unglaubliche 30 bis 50 Kilogramm abgenommen haben. Die neu gewonnene Lebensqualität, die sie dadurch erhalten haben, ist einfach unbeschreiblich.
Stabilisierungsphase
Nach der Transformationsphase folgt die Stabilisierungsphase, oft auch „Stabiphase“ genannt.
Hier greift die Set-Point-Theorie, die besagt, dass unser Gehirn (genauer gesagt der Hypothalamus) immer wieder zu einem bestimmten Körpergewicht zurückkehren möchte. Wird das neue Gewicht nicht stabilisiert, kehren die verlorenen Kilos oft schnell zurück.
Diese Phase dauert genau 21 Tage, in denen langsam wieder Fett integriert wird. Gleichzeitig wird täglich gewogen und genau darauf geachtet, dass das Gewicht nicht mehr als 1 kg schwankt.
Integrationsphase
Nach der Stabilisierungsphase folgt die Integrationsphase, die offiziell sechs Monate dauert. Ich persönlich betrachte sie jedoch nicht als eine reine Phase, sondern vielmehr als eine nachhaltige Lebensweise, die ich jedem empfehle, der sich bewusst mit seiner Ernährung und Gesundheit auseinandersetzen möchte.
Hier kann theoretisch wieder alles gegessen werden – aber mit einem völlig neuen Bewusstsein für den eigenen Körper.
Diese Phase ist besonders spannend, denn jetzt geht es darum, das Erlernte dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Der Körper ist nun entgiftet, die Verdauung funktioniert optimal, und der Blutzuckerspiegel bleibt stabil. Das bedeutet, dass Heisshungerattacken und unkontrolliertes Essen deutlich seltener auftreten.
Gerade in dieser Zeit ist es entscheidend, besonders gut auf die eigenen Körperreaktionen zu achten:
- Welche Lebensmittel tun mir gut?
- Welche lösen Unwohlsein oder Trägheit aus?
- Wie verändert sich mein Energielevel nach bestimmten Mahlzeiten?
Viele Menschen entdecken in dieser Phase völlig neue Essgewohnheiten. Nach einer intensiven Entgiftung kann man meist viel deutlicher spüren, welche Lebensmittel dem Körper wirklich guttun und welche nicht.
Dies ist auch der ideale Zeitpunkt, um langfristige Routinen zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum, sich starr an eine bestimmte Ernährungsweise zu halten, sondern um eine bewusste und intuitive Ernährung, die sich an den eigenen Bedürfnissen orientiert.
Während dieser sechs Monate – und darüber hinaus – empfehle ich, weiterhin auf eine hochwertige Vitalstoffzufuhr zu achten. Sie hilft dabei, die erreichte Balance zu bewahren und den Körper optimal zu versorgen.
Und wie bereits gesagt: Für mich ist die Integrationsphase keine Phase mit einem festen Endpunkt, sondern eine Lebensweise, die nie wirklich endet. Es geht nicht um eine kurzfristige Veränderung, sondern um eine bewusste und nachhaltige Entscheidung für die eigene Gesundheit.
Nun weisst du, wie die Stoffwechselkur funktioniert und welche Phasen ich in den nächsten Wochen durchlaufe.
Jetzt stehe ich auf – und gehe erstmal richtig schlemmen.
Bis morgen, Jacqueline
PS: Ich kenne übrigens nicht nur Menschen, die von dieser Stoffwechselkur begeistert sind. Um gleich mal die Illusion zu nehmen: Es gibt nicht die eine, ultimative Lösung, die für jeden Menschen perfekt passt.
Doch ich bin offen für neue Erfahrungen – auch wenn sie mein Weltbild manchmal auf den Kopf stellen oder nicht zu 100% meiner Ideologie entsprechen. Mit Neugier, einer gesunden Skepsis und der Erkenntnis, dass jeder Mensch individuell ist, gehe ich solche Experimente an. Denn nicht alles funktioniert für alle gleich – und genau das macht den Prozess so spannend.